Das äl­tes­te Do­ku­ment über den Kirch­stand­ort Herz­la­ke ist von 1263. Es ist die Ver­kaufsur­kun­de ei­ni­ger Län­de­rei­en der Kir­che Nord­hau­sen an das Klos­ter Börs­tel, das bis in die 1960er Jahr das Pa­tro­nats­recht über Herz­la­ke hat­te.

In der his­to­ri­schen Ur­kun­de (s. u.) wird er­wähnt, dass es in Herz­la­ke eine Kir­che gibt und es ist so­mit der äl­tes­te schrift­li­che Be­leg.

Des­halb fei­ern wir von No­vem­ber 2012 bis No­vem­ber 2013 ein gro­ßes Ju­bi­lä­ums­jahr un­ter dem Mot­to „Kir­che ent­de­cken“ mit vie­len Ver­an­stal­tun­gen und Ak­tio­nen.

Hier die Über­set­zung der Ur­kun­de, die la­tei­nisch ab­ge­fasst ist:

Propst Wi­de­go, De­chant Hu­gold und die Füh­rung der Kir­che Nord­hau­sen in der Diö­ze­se Mainz grü­ßen alle, zu de­nen das vor­lie­gen­de Schrift­stück ge­lan­gen wird, als Ur­he­ber des Tex­tes.

Die Ab­sicht der An­we­sen­den über­dau­ert in der Re­gel in Schrift­form (wörtl.: pflegt im Schut­ze ei­nes Schrift­stücks zu über­dau­ern), wenn die Din­ge an­ge­mes­sen für die Er­in­ne­rung fest­ge­legt wer­den, da­mit sie nicht im Lau­fe der Zei­ten zum Streit füh­ren (wörtl.: zu ei­nem un­freund­li­chen Streit­fall wer­den ).

Von jetzt an gilt, was wir An­we­sen­de für uns und die Nach­welt wol­len und wir trotz des Ver­lus­tes gründ­lich über­legt ha­ben:

Wir ver­kau­fen das, was schon lan­ge in un­se­rem Be­sitz ist in der Diö­ze­se Os­na­brück, we­gen der über­gro­ßen Ent­fer­nung die­ser Grund­stü­cke in Über­ein­stim­mung mit un­se­rem Herrn Erz­bi­schof von Mainz und un­se­res gan­zen Dom­ka­pi­tels und nach dem Ent­schluss ei­ni­ger ed­ler Män­ner an das Klos­ter Börs­tel des zis­ter­zi­en­si­schen Or­dens in der Diö­ze­se Os­na­brück, recht­mä­ßig und ord­nungs­ge­mäß zu­sam­men­ge­fasst:

Ein si­cher­lich für gut be­fun­de­nes Erbe in Ber­ßen mit acht Be­stän­den, sei­en es Häu­ser oder da­mit ver­bun­de­nes Ei­gen­tum, eins wohl­ge­merkt in Va­ren­ro­de, eins in Glee­sen, eins in Hül­sen, zwei Häu­ser im Ort El­tern, eins in Flechum, eins in Herß­um und eins in West­rum, au­ßer­dem das Pa­tro­nat der Kir­che Herz­la­ke, wohl­ge­merkt mit al­len da­zu­ge­hö­ren­den Gü­tern als Ge­schenk und zwei an­de­ren in un­se­ren Be­sitz­tü­mern in den Wäl­dern die­ses Or­tes ge­le­ge­nen Häu­sern, mit Wei­de­land und den Ge­wäs­sern, die den rei­chen Wald (wörtl.: das sat­te Ge­hölz) durch­zie­hen, drei Kot­ten und ein ge­wis­ses Feld, das in je­nem Ort liegt und frei von al­len Ab­ga­ben ist, auch ein An­we­sen in Lewing­hau­sen mit ähn­lich rei­chem Wald und ein Erbe in Lech­trup.

Die­se Gü­ter ha­ben wir ver­kauft zum Preis von fünf­zig üb­li­chen Mark, un­se­re ge­sam­ten An­sprü­che mit al­len da­zu­ge­hö­ri­gen Rech­ten, Vor­tei­len und Ei­gen­tums­vor­be­hal­ten, die wir und un­se­re Kir­che an den ge­nann­ten Be­sitz­tü­mern hat­ten oder zu­künf­tig zu ha­ben schei­nen, und über­schrei­ben sie aus frei­em Wil­len an das be­sag­te Klos­ter in Ewig­keit ohne Recht auf Rück­ga­be an uns.

Da­mit aber der un­ter­zeich­ne­te Ab­schluss die­ses Ver­kaufs und Kaufs rechts­kräf­tig und fest blei­ben möge und nicht un­gül­tig ge­macht wer­den kann, ha­ben wir durch un­se­re Kir­che mit dem Sie­gel be­kun­det, dass die­se Ur­kun­de zu ei­nem Zeug­nis die­ses Sach­ver­halts mit ewi­ger Gül­tig­keit wer­de (wörtl.: dass die vor­lie­gen­de Ur­kun­de zu ei­nem Zeug­nis die­ses Sach­ver­halts und zu ewi­ger Gül­tig­keit ge­fes­tigt wer­de).

Be­kun­det bei Nord­hau­sen, 17. April im Jah­re des Herrn 1263.

© Dominik Witte