Schon sehr früh, min­des­tens im 16. Jahr­hun­dert, muss es eine Ka­pelle in West­rum ge­ge­ben ha­ben. Sie stand zwi­schen den heu­ti­gen Hö­fen Heg­ger und Griep. Sie muss wohl ge­baut wor­den sein, weil der Weg zur Pfarr­kir­che nach Herz­lake weit und be­schwer­lich war. Im Jah­re 1618 hat der Ge­ne­ral­vi­kar Hart­mann, der auf ei­ner Vi­si­ta­ti­ons­reise im Ems­land war, sie als ziem­lich trost­los be­zeich­net.

Im Jah­re 1853 wur­de dort noch Mes­se ge­le­sen, wenn auch nicht re­gel­mä­ßig. Das be­weist ein Schrift­stück vom 16. März 1853, ver­fasst vom da­ma­li­gen Pfar­rer Chris­ti­any: „Die Bau­er­schaft West­rum hat 11 ½ Voller­ben, Ka­pelle und Schu­le. In der Ka­pelle sind meh­rere Hoch­äm­ter und an­dere Jah­res­mes­sen fun­diert (fest­ge­legt). Sonst auch sel­ten eine Wo­che, da nicht Mes­se ge­le­sen in West­rum”.

Da­mals war die Ka­pelle in gu­tem Zu­stand. Es ist ja auch hin­rei­chend ge­si­chert, dass sie seit 1618 zwei­mal re­stau­riert wor­den ist. Die jet­zige Ka­pelle wur­de im Jahr 1896 er­baut und im Jahr 1965 um ein Drit­tel er­wei­tert. Sie hat ca. 200 Plät­ze.

Die etwa 320 Ein­woh­ner in den Orts­tei­len West­rum, Höl­ze und Asel­age be­trach­ten die Ka­pelle als „ihre Ka­pelle”, für die sie op­fer­wil­lig und ein­satz­be­reit sind. In den Jah­ren von 1994–1996 und 2011 wur­de sie zu­letzt in­nen und au­ßen re­no­viert, wo­bei vie­le Ein­woh­ner ak­tiv und durch Spen­den mit­ge­hol­fen ha­ben.

Pa­tron der Ka­pelle ist der hl. An­to­nius, der Ein­sied­ler (17. Ja­nuar), des­sen Fest bis heu­te am Tön­jes-Tag aus­gie­big ge­fei­ert wird.

Au­ßer­dem fin­den Sie hier ei­nen Fly­er, der auch in der Kir­che aus­liegt und Wis­sens­wer­tes zu un­se­rer Kir­chen­ge­schich­te und den bau­li­chen Be­son­der­hei­ten ent­hält.

© Dominik Witte